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Diese Seite soll kurz über die grundlegenden Unterschiede zwischen Windows und Linux informieren, denn gerade Linux-Einsteiger bzw. Windows-Umsteiger fragen oft: Was kann Linux, was Windows nicht kann? Funktioniert alles, was unter Windows geht auch unter Linux? Ist es genauso komfortabel? Übrigens: Linux gehört zu den unixartigen Betriebssystemen. Die hier aufgeführten Dinge gelten also meist auch für andere UNIXe, wie BSD und ähnliche.

Leider kann aber auch das beste Wiki die Frage, ob Linux genauso gut einsetzbar und komfortabel ist, wie Windows, nicht beantworten. Auch, ob die derzeit bei dir verbaute Hardware genauso gut läuft, wie in Windows, kann diese Seite nicht verraten. Für derartige Fragen/Antworten gibt es einfach viel zu viele Einsatzszenarien. Von der Hardware und den extrem schnellen Entwicklungszyklen fangen wir erst gar nicht an :)

Wenn man Betriebssysteme miteinander vergleicht, ist das meist sehr subjektiv. Welches OS im Endeffekt "besser" ist hängt massiv vom Einsatzszenario ab. Hier soll eine Gegenüberstellung der klaren Unterschiede beider Systemarten versucht werden. Möglichst ohne irgendwelche Wertungen o.ä. Diese soll dir dann DEINE Entscheidung für ein Betriebssystem erleichtern.

Übrigens: Man kann auch beide Systeme parallel betreiben.
Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Für jedes System ein eigener PC oder ein PC mit Wechselfestplatten (auf jeder Festplatte dann ein System).
  2. Das, was wohl die Meisten haben: Beide Systeme nebeneinander auf demselben System installiert. Wird der Rechner dann gestartet, kann man auswählen, welches System man hochfahren möchte. Die meisten UNIXe erkennen bereits installierte Windows-Versionen und berücksichtigen das bei der Installation.
    GANZ WICHTIG: Windows muss VOR Linux installiert werden.
  3. Außerdem gibt es sogenannte LiveCDs. Dabei wird nichts auf die Festplatte geschrieben (außer evtl. eigene Linux-Einstellungen), das Windows wird jedenfalls nicht angetastet. Allerdings läuft das gesamte Linux von CD bzw. DVD, was deutliche Geschwindigkeitseinbußen mit sich bringt.
  4. Linux kann auch auf einem USB-Stick oder in eine vorhandene Windows-Partition installiert werden.
  5. Dann gibt es natürlich die Möglichkeit der Virtualisierung. Dabei simuliert eine Software in Windows oder Linux einen Computer, indem dann das andere System läuft/installiert wird. Dafür braucht man natürlich entsprechend schnelle Hardware (viel CPU und viel Arbeitsspeicher sind dabei das Wichtigste, denn dann laufen zwei OS gleichzeitig).
  6. Auch die Möglichkeit der Emulation mit bspw. WINE, Crossover oder Win4Lin besteht.

Jetzt aber zu den Unterschieden.

Die unterschiedlichen PhilosophienBearbeiten

Linux Windows
Einfacher Aufbau Komplexer Aufbau, einfache Bedienung
Mehrbenutzersystem,
Kooperation erwartet
Nutzer nutzt den Rechner meist alleine
Vieles über eine Kommando-orientierte Benutzung Benutzung per grafischer Oberfläche
Mündiger Anwender wird erwartet Unmündiger Anwender wird vorausgesetzt
OpenSource ClosedSource
Keine Lizenzkosten lizenzkostenpflichtig
anwendergetrieben marketinggetrieben
Genau auf den jeweiligen Anwendungszweck "zuschneitbar" Fix- und Fertig-Produkt
Funktionsweise vollständig offengelegt und gut dokumentiert. Funktionsweise nicht voll offengelegt und schlecht dokumentiert.
Es existieren Test- und Produktionsversionen von Anwendungen und dem System Nur Produktversionen verfügbar
Alte Versionen werden i.d.R. weitergepflegt Alte Versionen werden einfach aufgekündigt, sodass für weitere Updates etc. ein Neukauf (auch der Hardware bspw.) notwendig ist.

Einzel- und Mehrbenutzer-SystemBearbeiten

Das ist einer der wohl gravierendsten Unterschiede zwischen Windows und Linux. Linux bzw. UNIX wurde von Anfang an als Mehrbenutzersystem entwickelt. Früher -als Hardware noch richtig teuer war- wurde das rege genutzt. Es wurden bspw. mehrere Monitore und Tastaturen an einen Rechner angeschlossen. So konnten alle Benutzer gleichzeitig mit ein und demselben Computer arbeiten. Auch heute wird das noch genutzt, allerdings meist über Netzwerkverbindungen. Dabei laufen die Programme dann entfernt auf einem "starken" Server und die Anwender sitzen vor kleinen, "hardwarearmen" Systemen und steuern alles.

Windows hingegen ist primär ein Einzelplatzsystem. Frühere Versionen von MS-DOS und Windows (3.1x / Win9x / ME) bieten überhaupt keine Mehrbenutzer-Möglichkeit. Spätere NT-Betriebssysteme von Microsoft bieten eine Mehrbenutzerfähigkeit auf Prozessebene. Allerdings gibt es kaum sinnvolle Möglichkeiten, das auch ordentlich zu nutzen. Der "Windows Terminal Server" soll diese Lücke schließen - dafür aber sind wieder spezielle Clients erforderlich.

Windows bietet mittlerweile also auch eine Mehrbenutzerfähigkeit. Allerdings sind die Möglichkeiten im Gegensatz zu Linux/UNIX eher eingeschränkt und unkomfortabel.

Die Dateisystem-UnterschiedeBearbeiten

Auch ein massiver Unterschied zwischen beiden Systemen. Während Linux generell (mindestens lesend) auf alle Windows-Filesystemformate zugreifen kann, kann Windows mit keinem einzigen Linux-/UNIX-Filesystem umgehen.

Windows 95 bis Windows ME arbeiten mit FAT16 bzw. dem FAT32 Filesystem. Alle Windows-Betriebssysteme danach arbeiten mit dem NTFS-Filesystem. Wenn du schon einmal Windows installiert hast, wirst du das schon einmal gehört haben :)

Unter Linux ist das Standard-Filesystem ext2 (Standard = es ist am weitesten verbreitet). Allerdings gibt es zahlreiche Alternativen. Insbesondere für größere Platten sind protokollierende Filesysteme = journaling Filesystems) zu bevorzugen, da sie eine höhere Fehlertoleranz haben und die Daten bei Fehlern und Problemen einfacher/schneller wiederhergestellt werden können. Bei großen Festplatten ein unglaublicher Vorteil.

ext3 ist ein solches protokollierendes Filesystem. Das von Microsoft genutzte NTFS ebenfalls. Unter UNIX gibt es darüber hinaus auch noch ReiseFS, XFS, JFS (als die Bekanntesten). Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Meist wird ext2 und ext3 unter Linux genutzt.

Das Filesystem bestimmt auch, wie groß die einzelnen Partitionen sein dürfen. Das aktuelle NTFS und die meisten Linuxversionen erlauben dabei eine Größe von mehreren Terrabyte (TB). Alte Linux-Kernel (Versionen 2.4.x) limitierten diese Größe auf etwa ein Terrabyte. Im aktuellen Linux-Kernel (2.6.x) ist diese Limitierung dank der "Large Block Devices" komplett aufgehoben.

Im Gegensatz zu Windows kann Linux schon sehr lange längere Dateinamen nutzen. Früher musste man bei Windows auf die 8+3 Regel achten - aber auch Windows kann jetzt lange Dateinamen verwenden.

Linux unterscheidet Groß- und Kleinschreibung - Windows nicht! Unter Linux sind Datei.txt und datei.txt also zwei völlig unterschiedliche Dateien, die möglicherweise auch völlig unterschiedliche Inhalte haben. In Windows gibt's keine Unterscheidung.

Ebenfalls gibt es unter Linux keine Dateierweiterungen, wie bspw. .txt oder .exe. Linux erkennt den Dateityp anhand dateiinterner Parameter. Grafische Oberflächen unter Linux nutzen jedoch ebenfalls evtl. diese Erweiterungen, um für den User komfortabler zu sein und die entsprechenden Anwendungen zuzuordnen.

ZugriffsrechteBearbeiten

Ebenfalls ein radikaler Unterschied zwischen Linux und insbesondere den Windows-Versionen 95, 98 und ME. Bei Win9x/ME kannst du alle Dateien ansehen, bearbeiten oder auch löschen. Dabei ist es vollkommen egal, ob es eine Systemdatei ist oder aber eine andere -von einem Benutzer erstellte- Datei. Auch die sogenannten "Anmeldeprofile" helfen dabei nicht weiter, denn sie speichern nur persönliche Desktopeinstellungen (z.B. das Wallpaper, Menüeinstellungen, Designs,...). Nicht selten hatte ich in meiner Laufbahn als IT-Techniker den Auftrag ein System wieder in Gang zu bringen, weil ein Benutzer zuvor eine Systemdatei gelöscht hat - ob aus Absicht oder aus Versehen lassen wir mal dahingestellt ;)

UNIX-Betriebssysteme verlangen IMMER einen Benutzernamen und ein Kennwort! Ohne dasgeht gar nichts! Entsprechend deinem "Status" wurde dir dafür vorher vom Systemadministrator (Benutzername "root") ein Nutzerkonto mit bestimmten Rechten, aber auch Verboten eingerichtet. Normale UNIX-Nutzer können also genau soviel arbeiten und/oder vom System sehen, wie der Administrator das will. Systemdateien bspw. kann ein normaler Nutzer nicht ändern oder gar löschen - ein Löschen aus versehen oder in voller Absicht ist also unmöglich. Auch das Formatieren der Festplatte funktioniert nicht als normaler Nutzer.

Ebenfalls interessant: Kein Benutzer kann auf Dateien eines anderen Nutzers zugreifen (außer der jeweilige Benutzer erlaubt es) - egal, ob am Rechner direkt oder über das Netzwerk.

Es gilt bei UNIX generell: Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten!

Unter Linux/UNIX können auch Gruppen erstellt werden, in denen einzelne Nutzer zusammengefasst sind. So ist es bspw. möglich, einzelne Dateien für Mitglieder einer Gruppe zugänglich zu machen, während Nutzer ohne diese Gruppenmitgliedschaftt keinen Zugriff haben.

Neuere Windowssysteme (auf NT-Technologie basierende, also NT / 2000 / XP / ...) bieten mittlerweile ähnliches an. Unter Linux/UNIX gibt's das aber schon mehrere Jahrzehnte ;)

Desktop bzw. die grafischen OberflächenBearbeiten

Menschen ohne PC-Kenntnisse kennen nicht einmal den Unterschied zwischen Kernel und Benutzeroberfläche. Das ist bei den heutigen -modernen- Systemen auch kein Wunder. Früher, in den DOS-zeiten war es einfach. DOS bildete das eigentliche Betriebsystem und Windows dann (aufgerufen durch einen Befehl) bildete dann die grafische Oberfläche.

Heute sieht das bei Windows anders aus. Dort ist die grafische Benutzeroberfläche der Standart. Seit Windows NT ist beides fest miteinander verschmolzen. Die grafische Oberfläche lässt sich weder abschalten, noch kann man sie umgehen.

In der Linux-/UNIX-Welt wird strikt getrennt. UNIX-Systeme lassen sich vollständig ohne grafische Oberflächen betreiben, was gerade bei Servern gängige Praxis ist. Alles -wirklich alles- kann in Linux über eine Shell (also im Textmodus) gemacht werden.

Aber natürlich haben grafische Oberflächen einen gewissen Vorteil und so gibt es sie auch für UNIX bzw. Linux. Allerdings ist das (das X-Window System) kein fester Systembestandteil. Mit dem X-Window System aber kannst du allerdings noch nicht viel anfangen.

Benötigt wird auch noch ein Fenstermanager, was ein weiterer -deutlicher- Unterschied zu den Microsoft-Systemen ist. Während man bei Windows die Oberfläche nehmen muss, wie sie ist, kann man bei UNIX verschiedene Fenstermanager wählen - ganz nach dem eigenen Geschmack. Einige sind kinderleicht bedienbar, andere sehr individuell anpassbar, einige sehr ressourcenfressend, andere eher schonend im Umgang mit Systemressourcen und viele irgendwas dazwischen.

Für eine Desktopumgebung werden meist "Gnome" oder "KDE" verwendet. Insbesondere KDE ist eher "windowsähnlich" (meiner Meinung nach). Allerdings ist KDE eher nicht zaghaft mit den Ressourcen des Systems.

Das persönliche Verzeichnis / Home-VerzeichnisBearbeiten

Unter Windows 9x und ME gibt es eigentlich gar nicht ein solches Verzeichnis. Wer den Rechner startet, dem gehört er. Der Nutzer/Die Nutzerin kann tun und lassen, was er/sie möchte. Wird etwas am System geändert, ändert sich das sofort für das gesamte System. Alles, was man tut hat also sozusagen globale Auswirkungen ;)

Unter Linux/UNIX hat jeder Benutzer ein eigenes Verzeichnis. Dort kann er schalten und walten, wie er möchte. Aber eben nur dort und nirgendwo anders im System. Nach der Benutzeranmeldung (Login) ist man automatisch in seinem Homeverzeichnis. Dort können alle eigenen Daten gespeichert werden, Programme installiert werden usw.

In deinem Heimatverzeichnis werden auch alle individuellen Einstellungen (z.B. E-Mails, Desktopeinstellungen, ...) gesammelt und gespeichert. Also alles, was nicht für den unmittelbaren Systembetrieb notwendig ist. Theoretisch könnte man als Nutzer sein eigenes Heimatverzeichnis löschen - es würde niemanden am Computer und auch den PC selbst interessieren, außer evtl. dich selbst.

Bei Firmen ist das etwas anders. Dort liegen im Heimatverzeichnis meist persönliche Daten der Mitarbeiter. Firmendaten liegen i.d.R. irgendwo auf einem Server im Netzwerk, sodass sie für alle verfügbar sind (den Userrechten natürlich entsprechend).

Die ShellBearbeiten

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ZeilenumbrücheBearbeiten

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Befehlsunterschiede: DOS - LinuxBearbeiten

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